#15 I Ökologisches Trassenmanagement: Was hat es damit auf sich?

Shownotes

Was ist eigentlich gemeint, wenn bei der Bayernwerk Netz GmbH von ÖTM, also ökologischem Trassenmanagement, die Rede ist? Das verrät Maximilian Geigl in der neuen Folge von „Wattwandern“. Zudem erzählt er, wie er zu seiner Aufgabe bei der Bayernwerk Netz GmbH gekommen ist und was die Arbeit für ihn ausmacht.

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00:00:13: Wattwandern mit Anna und Julia.

00:00:17: Der vielfältige Energie-Podcast, mit spannenden Perspektiven für unterwegs

00:00:22: oder auch

00:00:23: für daheim!

00:00:29: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Watt Wandern dem Podcast der Bayernwerk AG wie gewohnt aus den Bayernwerksstudios in Regensburg.

00:00:38: Schön dass ihr wieder mit dabei seid.

00:00:40: hier ist Julia

00:00:42: Und hier ist Anna und wir freuen uns heute auf eine neue spannende Folge, in der sich bei uns alles um ökologisches Trassenmanagement dreht.

00:00:51: Unser Gast ist heute Maximilian Geigel von der Beienwerk Netz GmbH, der ja bei uns Experte für das Thema ist – ich habe ihm vorvergehend auch Förster ist und heute ist sicherlich viele spannende Themen für uns dabei hat!

00:01:05: Magst du dich einmal kurz vorstellen?

00:01:08: Ja sehr gerne, also grüßt euch nochmal Maximilian Geigel, wie schon gesagt.

00:01:12: Ich bin vier oder dreißig Jahre alt und komme aus dem schönen Berchtesgadener Land.

00:01:16: Und ja, ich bin sehr unerwartet zur Bayernwerk-Familie dazu gekommen – also wie schon angeteasert!

00:01:21: Ich bin eigentlich studierter Förster, war an der Technischen Union München, habe dort mein Bachelorstudium im Bereich Ressourcenmanagement abgeschlossen und dann mein Masterstudium in den Bereichen Forst & Holzwissenschaften.

00:01:33: Genau, und war im Vorfeld auch in der Holzindustrie tätig.

00:01:37: Und bin dann per Zufall zur Bayern-WerknetzgmbH gekommen.

00:01:40: Bin da seit Januar zwanzig vierundzwanzig Betriebsmanagement tätig und darf dort als Projektleiter für ökologisches Trassenmanagement mich um die Drassenpflege kümmern zusammen mit meinen zwei Kollegen

00:01:52: Sehr, sehr spannend.

00:01:53: Ich freue mich schon auf unser Fokussthema heute!

00:01:56: Bevor wir aber da konkret einsteigen was den ökologischen Straßenmanagement ist und was damit verbunden ist möchten wir unseren Hörerinnen und Hörern gerne noch ein kleines bisschen mehr Einblick zu deiner Person gewähren indem wir dir fünf spontane also fünf spontanen Fragen stellen die du ganz spontan eben auch beantwortest email oder telefon

00:02:21: Telefon.

00:02:22: Team Süß oder Salzig?

00:02:24: Schwierig, salzig!

00:02:26: Dein Arbeitstag lieber Frühstarten oder spät aufhören?

00:02:30: Frühstartem.

00:02:31: Camping oder Hotel?

00:02:32: Glamping.

00:02:35: Oh das klingt gut.

00:02:38: Was waren dann?

00:02:38: Mountainbiken in den Bergen oder doch lieber Urlaub ganz woanders?

00:02:42: Mountainbikern in den bergen absolut.

00:02:45: Und jetzt ist es schon soweit.

00:02:47: Was steckt hinter dem Begriff ökologisches Trassenmanagement?

00:02:50: Erzähl uns doch mal mehr, was ist dein Thema mit dem du dich tagtäglich beschäftigst?

00:02:55: Ja also ökologistisches Trassenmanagement, ich würde das im weiteren Verlauf vielleicht abkürzen.

00:03:00: Es ist immer ein bisschen einfacher zu brechen und zwar ist es bei uns das ÖTM einfach.

00:03:05: Das ist bei uns mittlerweile im Hochspannungsbereich und Bereich der Freileitung, muss man dazusagen.

00:03:11: Eigentlich das Pflegekonzept für die Trassenpflege – also den standardisierten Verfahren für das Freischneiden unserer Leitungen, unserer Freileitungen.

00:03:19: Also grundsätzlich die Trassentpflege beschäftigt sich ja hauptsächlich damit dass er keine Vegetation in die Leiterseile einwächst oder auch nicht einfallen kann, wenn man mal bündlich spricht was hier seinen Fichten rein bestand an der Stromleitung.

00:03:34: Und klar, Vegetation wächst und irgendwann könnte dieser Baum dann auch in die Leiterseile einfallen oder einwachsen.

00:03:41: Da beschäftigen wir Partnerfirmen, Dienstleister aus dem forsterlichen Bereich, aus dem Gartenbaubereich, die sich um diese Rückschnitte kümmern.

00:03:51: Und ÖTM kommt da so dazu dass sei mal die gesellschaftliche Diskussion im Bereich Naturschutz und Artenschutz ja auch immer lauter worden ist in der Vergangenheit.

00:04:02: Und der Fokus auf die Stromtrassen für uns jetzt auch immer mehr da war, auch in der gesellschaftlichen Debatte.

00:04:09: Das heißt wie kann man den Rückschnitt von Vegetation so ökologisch und naturnah wie möglich machen?

00:04:16: Und das ist im Endeffekt ÖTM also ein Projekt was von vornherein aufgebaut wird mit dem Ziel so Naturnau wie möglich die Vegetation an der Trasse zu steuern.

00:04:27: Jetzt hast du ja schon verraten, was du studiert hast

00:04:31: bis

00:04:31: Förster und arbeitest jetzt im ÖTM.

00:04:35: Gibt's denn Pararelen oder vielleicht auch Dinge wo du zur Bahnwerkfamilie gestoßen bist, die komplett neu für dich waren?

00:04:42: Eigentlich überhaupt nicht.

00:04:43: Also klar, komplett neu ist der Überbegriff Strom.

00:04:46: also man hat als Förster nicht unbedingt viel mit Stromleitungen zu tun.

00:04:51: Also vielleicht vorhermal ich war in der Einsatzleitung von einem Forstbetrieb wenn man mit schweren Maschinen und im Bestand gefahren ist da haben wir natürlich mal die eine oder andere Stromleitung angetroffen.

00:05:02: das waren aber auch die einzigen Berührungspunkte für mich mit der Thematik Warum ich dann so ein Bayern-Werknetz-GMBH gegangen bin, war tatsächlich bei mir vor an der Holzindustrie so ein bisschen das ökologische Gefehlt hat.

00:05:14: Also vielleicht ein Beispiel zu nennen wir sind sehr stark an den Vogelschutz gebunden bei unseren Rückschnitten

00:05:20: d.h.,

00:05:21: wir dürfen nur von Oktober bis Ende Februar schneiden lassen.

00:05:25: wenn wir außerhalb dieser Periode Rückschnitte vornehmen müssen braucht man eine Sondergenehmigung und es gibt's in der normalen Forstwirtschaft nicht.

00:05:34: also klar der Artenschutz steht natürlich über allem.

00:05:36: Aber grundsätzlich, wenn man mal so ein bisschen mit offenen Augen durch die Wälder geht, Holz wird da immer gemacht.

00:05:42: Und wir sind da eben an diese Folgeschutzzeit gebunden und das finde ich prinzipiell sehr gut, dass man eben auch mit einem Auge auf das Naturschutz fachliche Bisschen schaut und achtet.

00:05:54: Du hast vorhin schon so ein bisschen die Relevanz angesprochen, die auch aus der Gesellschaft heraus ja entstanden ist und die sich da immer mehr für interessiert.

00:06:03: Seit wann machen wir das bei der Bayernwerk-Netz GmbH denn?

00:06:07: Also grundsätzlich muss man immer ein bisschen trennen zwischen konventionellen Trassenmanagement und ökologischen Trassen-Management.

00:06:14: Das konventionelle Trassen Management heißt eigentlich dass man die Stromleitungstrasse von Vegetation komplett frei hält.

00:06:23: So wie man es früher gemacht hat, also die Forstmulcher auf dem Markt kommen sind wurden einfach diese Trassen alle fünf bis zehn Jahre gemulcht.

00:06:31: Man hatte einen sehr hohen Nährstoffeintrag gehabt.

00:06:33: das heißt die Vegetation ist noch schneller gewachsen was unter dem Strich kontraproduktiv für unser Vorhaben ist weil je schneller die Vegetations wächst desto mehr Aufwand müssen wir betreiben.

00:06:43: und das ökologische Trassenmanagement an sich so mit diesem Namen wird erstmalig seit zwanzig dreiundzwanzig betrieben.

00:06:52: Das konventionelle Trassenmanagement gibt es eigentlich meines Wissens, da ich erst seit zweieinhalb Jahren hier bin.

00:06:58: Schon sehr lange nicht mehr.

00:07:00: Es wurden immer selektive Gehölze entnommen, also nur die Vorwüchsigen und nur die Schnellwachsenden.

00:07:05: Und das Ganze läuft jetzt unter dem Namen UTM seit zwanzig dreiundzwanzig, wo das erste Mal auch mit Partnerfirmen gearbeitet wurde

00:07:13: diesbezüglich.".

00:07:22: um diese Trasse frei zu halten, muss dieser Baum raus, muss dieses Gehölz raus und dann wird das genau nach eurem Plan umgesetzt.

00:07:32: Und nicht mehr so wie vorher dass man einfach alle Hölzer in dieser Schneise dann rausgenommen hat.

00:07:38: Also grundsätzlich ja wir haben einen jährlichen Begang auf der Leitung zusammen mit den Servistechnikern die hauptsächlich natürlich für den technischen Betrieb verantwortlich sind.

00:07:48: Da ist der Spagat schon sehr groß teilweise, in dem man zwischen Technik und Naturschutz irgendwie stemmen muss oder machen muss.

00:07:55: Aber grundsätzlich baut ÖTM eigentlich auf drei Schritten auf.

00:08:00: Also das ist einmal die Kartierung, danach kommt eine Planung und dann kommt die Umsetzung.

00:08:05: Und diese Kartierung wird mit externen Dienstleistern durchgeführt.

00:08:08: Sprich Biologen, die bei Planungsbüros angestellt sind schauen sich in der Desktopstudie mal die Leitungstraßen an Und da, wo relevante Biotope vorgefunden werden wird auf die Fläche gegangen und wird eben zu hundert Prozent die Leitung kartiert.

00:08:24: Wenn man dann wertvolle Strukturen hat, die erhalten oder fördernswert sind würde eine Planung von diesem Biologen gemacht speziell auf diese geografisch gelegenen Biotopen zugeschnitten und ein Pflegekonzept für die Umsetzung erstellt.

00:08:42: Dieses Pflegekonzept bringen wir mit unseren Dienstleistern dann quasi wieder in die Ausführung und die Umsetzung.

00:08:48: Jetzt haben wir schon ganz viel über die Vegetation beim ÖTM gesprochen, spielen denn auch ja Leberwesen Tiere in den Wäldern eine Rolle?

00:08:57: Genau also.

00:08:59: diese umsetzung von der ich gerade gesprochen habe baut wiederum auf drei Säulen auf und das ist zum einen die selektive Gehölzpflege.

00:09:06: da haben wir darüber gesprochen.

00:09:07: es werden Pioniergehölze hauptsächlich entnommen.

00:09:10: Wir wollen Richtung langsam wachsende Baumarten gehen.

00:09:13: Sprech schnell.

00:09:14: wachsende Hölzer wie Birke zum Beispiel wird entnommen, Eiche als langsamer Wachsender.

00:09:19: Der Baumart darf bleiben oder wird nur entsprechend zurückgeschnitten.

00:09:24: Tiere spielen auch eine große Rolle bei uns vor allem bei unseren Beweidungen.

00:09:29: also wir versuchen immer mehr Beweilungen.

00:09:32: also unser Ziel ist eigentlich immer eine Beweitung pro Jahr zu installieren klappt nicht immer Aber wir versuchen eben, dass wir statt große Mulchflächen zum Beispiel oder große Rückschnittflächen Beweidungen zu installieren.

00:09:45: Genau das selbe haben wir dann aber auch mit unseren Mähprogrammen also extensive Mähprogramme die wir installieren auf unseren Flächen.

00:09:53: Das sind diese drei Säulen also Gehölzpflege, Beweihdungen und Mäh-Programme für das ÖTM.

00:09:58: genau

00:09:59: Jetzt hast du ja schon erzählt was ihr jährlich umsetzt Und vielleicht hat der ein und andere Hörer oder Hörerin auch von uns an Instagram Kanal oder an anderer Stelle schon, ja unsere Tiere bildlich gesehen werden da alles unterwegs ist.

00:10:12: Hast du denn da ein Ich nenn's mal Lieblingsprojekt?

00:10:14: Oder vielleicht auch noch das schöne Moment wo du dich gerne dran erinnerst?

00:10:18: Also kann ich so jetzt nicht genau nennen einen schönen Moment.

00:10:23: klar es ist immer cool wenn die Tiere auf die Fläche kommen also wenn der Tierhalter mit seinem Hänger kommt und die Tiere freilässt und sich quasi erstmal umschauen und dann aber auch gleich an die Arbeit gehen.

00:10:34: Bei uns ist es so, dass wir ja eben zu dritt sind beim ÖTM.

00:10:39: Und bei mir im Bereich Oberbayern habe ich hauptsächlich Beweidungen mit Ziegen.

00:10:45: Weil Ziegen eben an den Hängen ganz gut arbeiten können und den Berg hängen im Alpenvorland, was natürlich auch ein großer Aspekt für die Arbeitssicherheit ist.

00:10:52: Also wenn man nicht mehr am Hang stehen muss mit der Motorsäge sondern dann jetzt siegesteht, die die Gehölze zurückbeißt – das ist schon ein großer Faktor für unsere Vision Zero.

00:11:02: Was bei uns im Bereich ja auch sehr großgeschrieben wird ist die Arbeits-Sicherheit eben dass wir keine Arbeitsunfälle auf der Fläche haben, was im vorstlichen Bereich tatsächlich ja auch häufiger vorkommt.

00:11:12: Deswegen sind unsere Beweilungen in Sachen Arbeitssicherung eigentlich auch ein sehr großer Fakter.

00:11:18: Wie gesagt, schöne Momente.

00:11:20: Ich glaube ich kann nicht ein Lieblingstier aber jetzt nicht unbedingt.

00:11:23: Aber klar ist es schöner zu sehen wenn Tiere weiden statt dass man mit den lauten schreienden Motors irgendeiner arbeitet.

00:11:31: Das klingt ja schon fast nach einer Win-Win Situation sowohl für uns als den Trassenbetreiber als auch dann letztendlich dem Landwirt der da seine Tiere weidern kann.

00:11:44: wie sieht denn da die Zusammenarbeit aus?

00:11:47: Wom setzt man da an?

00:11:48: Schreibt man das aus, geht man direkt auf Landwirte vor Ort zu oder wie funktioniert dieser Prozess.

00:11:54: Also es ist absolut eine Win-win-Situation.

00:11:57: viele Landwirten gerade die vielleicht von intensiver Landwirtschaft auf extensive Landwirtschaft umstellen sind immer wieder auf der Suche nach solchen Pflegekonzepten wo sie ihre Tiere mit geringer oder geringem Tierbesatz quasi auf die Fläche bringen können.

00:12:13: Bei uns ist es eigentlich so, wir veröffentlichen das schon in bestimmten Medien wo nach Landwirten oder Partnerschaften speziell gesucht wird.

00:12:21: Meistens passiert's glaube ich aber mehr von Mund zu Mund über Gespräche mit den Eigentümern und den Maschinenringern.

00:12:30: also wir haben einige Beweidungen die über die Maschienenringe quasi kommuniziert wurden und die Tierhalter dann dort gefunden wurden.

00:12:37: Aber grundsätzlich ist jeder angehalten, wenn vielleicht ein Tierhalter zuhört auf uns zuzukommen.

00:12:44: Unsere Kontaktdaten findet man bei uns auf der Homepage und dann würden wir entsprechende Flächen suchen was man dazusagen muss.

00:12:50: Wir schauen schon dass das sehr regional gehalten wird also dass die Tiere natürlich auch nicht weit durch die Gegend gefahren werden müssen.

00:12:59: Tiere müssen ja auch täglich versorgt werden.

00:13:01: Der Landwirt oder der Tierbesitzer, Tierhalter sollte keine lange Anfahrt haben.

00:13:06: es macht's dann wiederum bei den Flächen oft schwierig weil wir ja nur Flächen besetzen mit Tieren wo man auch schnell wüchsige Holzarten haben also nicht einfach irgendeine Weide weil das soll schon irgendwo zielführend sein und die Gehölze zurückgebissen werden von den Tieren.

00:13:21: Du hast ja gesagt natürlich möglichst regional die Tiere.

00:13:24: wieviel solcher Projekte in Summe, wie viele Orten gibt's denn so was?

00:13:29: Also wir haben acht Beweidungen aktuell.

00:13:33: Wie gesagt das hält sich oft relativ gering auf den Flächen dadurch dass es eben schwieriges entsprechende Flächen zu finden und der Eigentümer muss natürlich auch damit einverstanden sein.

00:13:44: Das Problem bei uns ist ja dass uns kein Quadratmeter unter der Leitung gehört bzw nur sehr wenig vielleicht zufällig mal dem Dein Werk hören.

00:13:53: Aber grundsätzlich sind wir immer auf das Wohlwollen der Eigentümer angewiesen, dass die sagen ja klar ich will mit der Fläche darunter eh nichts machen oder habe keine landwirtschaftliche Fläche drunter oder eben auch keine vorstwirtschaftliche fläche was grundsätzlich eigentlich eh nicht sein sollte unter der Leitung.

00:14:10: deswegen tut man uns schon schwer tatsächlich auch Flächen zu identifizieren wo man Beweidungen installieren kann und oftmals geht es sich dann natürlich so blöd aus dass wir ein Tierhalter hätten und die nächste Fläche viel zu weit weg ist, um da sinnvoll eine Beweidung zu installieren.

00:14:25: Also schon viele Komponenten, die da aufeinander abgestimmt werden müssen?

00:14:29: Viele ja Stakeholder, die zusammengebracht werden aber letztendlich bei acht hat es ja schon funktioniert.

00:14:38: das hört sich doch schon mal super an!

00:14:40: Absolut Ja

00:14:42: Gibt's denn?

00:14:42: du warst ja davor in der Holzbranche nenn ichs mal unterwegs im Bereich.

00:14:48: Gibt's irgendwelche Parallelen?

00:14:50: Irgendwas an Wissen, wo du sagst es hilft mir wirklich bei deiner täglichen Arbeit weiter.

00:14:55: oder war deine Aufgabe die dir jetzt übernommen hast wirklich was komplett Neues für dich.

00:14:59: Da gibt sehr viele Paralleln.

00:15:01: also angefangen sie eigentlich mal bei dem Rohstoff selbst grundsätzlich in der Leitungsschutzzone.

00:15:08: das ist der Bereich im Bereich der Freileitung der freigehalten werden soll beziehungsweise auf den wir Einfluss nehmen müssen.

00:15:15: im Zuge des ÖTMs gibt es jetzt keine starken Gehölze nicht.

00:15:19: Also die haben sie natürlich über die letzten Jahre der Pflege immer in geringere Strukturen verwandelt, aber gerade die Waldränder, die direkt an dieser Grenze stehen sind oft Altbestände.

00:15:32: und da hat man natürlich von Wirtschaftswäldern über Naturnauwälder alles und grade in der Kommunikation mit den Eigentümern.

00:15:38: warum und weshalb die Leitung dementsprechend bearbeitet werden muss kommt mir mein Beruf als Förster schon sehr zugute.

00:15:45: Also gerade, wenn man ins Fachliche gehen muss was Schadensbilder angeht an Fichtenbeständen zum Beispiel warum Trockenstress bei der Fichte ein Thema sein würde in Zukunft?

00:15:54: Warum es besser jetzt ist das Holz zu ernten weil vielleicht noch wirtschaftlichen Ertrag daraus generieren kann.

00:16:00: also da merkt man vor allem in der Kommunikation mit den Eigentümern auch mit dem Behörden weil wir sehr viel ins sensiblen Bereich arbeiten und eben den Kontakt zu den unteren Naturschutzbehörden haben und auch pflegen Merkt man vor allem, dass wenn man dann einen entsprechenden Hintergrund hat auch mal schneller ans Ziel kommt als vielleicht jemand mit einem technischen Hintergrund.

00:16:20: Weil der natürlich seinen Fokus auf die technische Anlage hat was ja auch unsere oberste Prämisse ist.

00:16:25: also uns geht es um die Versorgungssicherheit und jetzt natürlich mit dem UTM diese Versorgungssicherheit so naturnah wie möglich zu gewährleisten.

00:16:35: Und wenn du dir was wünschen dürftest, womit du dich noch mehr auseinandersetzt bei deiner Arbeit.

00:16:41: Was wäre das?

00:16:42: Also gibt es irgendwie ein Projekt, was du unbedingt umsetzen wollen würdest?

00:16:46: oder gibt's noch einen Bereich in dem wir noch gar nicht drin sind aber was superpotenzial bewirken würde?

00:16:54: Ich glaube, wir haben das schon relativ viel abgedeckt.

00:16:57: Also ich habe auch in dieser Position die Möglichkeit mich auch mit europäischen Netzbetreibern austauschen zu können.

00:17:03: also es nennt sich integrated vegetation management auf europäischer Ebene wo wirklich sehr viele netzbetreber zusammenkommen und auch darüber kommunizieren können wie sie die Probleme vor Ort lösen und ich glaub dass wir da schon relativ weit sind.

00:17:18: natürlich hat jeder andere Themenbereiche Speziell, ich nenne jetzt mal Portugal.

00:17:23: Die nehmen ihre Trassen als Brandschutzschneisen her was vielleicht bei uns in Zukunft auch mal ein Thema wird wenn wir immer weniger Niederschlag haben und immer mehr trockene Wälder vorfinden.

00:17:34: aber soweit ist es bei uns eben noch nicht.

00:17:36: das heißt wie können den Fokus schon sehr stark auf die ökologischen Aspekte richten?

00:17:41: Und da glaube ich machen wir schon sehr viel und es gibt eigentlich meinerseits und ich glaube ich spreche auch für meine Kollegen nicht viel, was man noch optimieren kann.

00:17:49: Also es wäre natürlich schöner wenn wir in der Kommunikation mit den Behörden auch noch ein bisschen besseren Stand Richtung kritische Infrastruktur hätten das mehr auch die Technik sehen wird weil wir müssen die Stromversorgung gewährleisten.

00:18:04: Wir haben das Ziel die Vegetation zu steuern und am besten wenn's von der Behörde ausgeht sollten wir die Vegetations nicht steuren Was aber halt Konfliktpotenzial bei uns birgt.

00:18:15: Das heißt Projekte, klar wäre schön wenn wir mehr Beweidungen installieren könnten.

00:18:19: Wenn wir da mehr Flächen vorweisen könnten oder gerade so speziellere Projekten wie Bibermanagement zum Beispiel wo wir in Austausch mit den Behörden stecken.

00:18:28: was den Storch angeht ist auch ein Riesenthema bei uns und da gibt es bestimmt noch Optimierungspotenzial.

00:18:36: aber jetzt kein spezielles Projekt wo ich sage das müssen wir unbedingt noch hinbekommen.

00:18:40: also ich denke da sind wir schon relativ gut dabei.

00:18:43: Da machst du mich gerade neugierig.

00:18:45: Magst du mal ein bisschen ausführen, was denn mit den Störchen auf sich hat?

00:18:49: Klar also der Nestbau bei den Stöhrchen ist bei uns im Freileitungsbereich ein Riesenshema.

00:18:56: Also Störche suchen sich exponierte Brutstellen meistens auf den Traversen über den Isolatoren und den Freileitungseilen.

00:19:07: Ich bin da vielleicht nicht der beste Ansprechpartner.

00:19:10: Ich würde dann ein Vorgesetzten in Christian Poppe mal ins Spiel bringen, der ist bei dem Thema sicher der bessere Ansprech-Partner.

00:19:17: Der engagiert sich auch privat sehr viel für einen Vogelschutz.

00:19:21: Aber ja gerade im Freileitungsbereich.

00:19:24: was die Überschlagthematik angeht mit herunterhängenden Ästen bei den Nestern, was eben zu Überschlägen führen kann wenn die Isolatoren überbrückt werden... Riesen, riesen Themenbereich bei uns mittlerweile.

00:19:40: Also die Umsiedlung

00:19:41: dann von den

00:19:41: Nestern und so weiter?

00:19:43: Genau also ich war bis jetzt bei einem Projekt involviert.

00:19:47: da wurde uns die Auflage quasi erteilt dass wenn wir das Netz entfernen wollen oder müssen eigentlich weil es führte tatsächlich schon zu statischen Problemen am Masten weil die Nester sehr schwer werden über die Zeit mussten wir einen Ersatzhorst stellen.

00:20:00: also es war wirklich Auflage der Behörde bis dann ein Standort gefunden wurde, der genehmigt wurde.

00:20:06: Bis dann das Konzept erstellt wurde wie es auszusehen hat.

00:20:09: also so richtig konnte keiner beantworten die Behörde war sich nur klar dass wir's machen müssen aber wie das aus zu sehen hat wusste keiner.

00:20:17: und dann haben sie uns einen Standort geben wo du mit keiner Maschine hinfahren kannst weil es über mehrere Bachläufe ging und die Brücken nicht stark genug waren dass der Tieflader damit diesen Ersatzmast hinkommt.

00:20:27: Also es war ein Riesen tamtam dafür Ersatzmast gestellt haben und da bis heute kein Stoch drauf brütet.

00:20:35: Was sehr schade ist, weil es wäre natürlich dann auch schön wenn dieser Einsatz irgendwie von Erfolg gekrönt wäre.

00:20:41: aber ja so muss man halt leider nicht immer angenommen werden von der Natur.

00:20:47: Ja

00:20:49: das klingt nach einer Menge Aufgabenherausforderungen aber auch schönen Themen um da einfach ja der Natur was zurückzugeben und sich für die Natur einzusetzen.

00:21:00: Was ist bei all dem, was sich in deinem Job bewegt und was du machst?

00:21:04: Deine persönliche Energiequelle.

00:21:07: Das ist in erster Linie die Zeit in der Natur wo die Verbindung vielleicht zu meinem Job auch hergestellt werden kann.

00:21:15: Ich habe das Privileg dass ich in einer sehr schönen Region wohne im Alpenvorland Wo ich mit meiner Familie sehr viel Zeit in einer Tour verbringen kann.

00:21:24: Und wenn es mal ein bisschen anstrengender wird auf die Akteuren, dass ich die Familie daheim bin und da bin ich dann auch ganz gern allein für mich draußen.

00:21:31: Das würde ich ja eigentlich aus meiner Energiequelle

00:21:34: benennen.".

00:21:36: Was würdest du tun, wenn du deine Energie nicht ins ÖTM stecken würdest sondern was ganz anderes machen könntest?

00:21:43: Ich glaube, dann würde ich einen Almsommer machen tatsächlich.

00:21:46: Also ich würde auch mit Tieren arbeiten und würde mich da für ein Sommer oder mehrere Sommer auf den Alm zurückziehen und dort Käse machen zum Beispiel.

00:21:56: Das wäre, glaube ich so das was ich machen würde wenn ich jetzt mal ein zwei Jahre frei hätte.

00:22:00: Vielleicht ist es gerne ein Lunch

00:22:02: da?

00:22:02: Ja oder vielleicht auch in der Schweiz.

00:22:04: Da gibt's auch schöne Almen.

00:22:07: Und welchen Tipp oder Lebensweis hat hast du für alle die ihre Energie mal aufladen müssen?

00:22:13: Ja, jeder sollte sein Ausgleich haben.

00:22:16: Also ich glaube wir engagieren uns sehr viel und sehr stark im Job und versuchen Job- und Familie alles unter den Hut zu bringen und dass irgendwie keiner zu kurz kommt.

00:22:28: Und jeder sollte da irgendwo seinen Ausgreich haben.

00:22:31: Ich glaube mit meinen thirty vier Jahren brauche ich jetzt keine Lebensweisheiten hier auf dem Tisch bringen.

00:22:36: aber als Tipp würde ich auf jeden Fall sagen Jeder Mensch sollte sich einen Ausgleich suchen und diesen ausgleich auch praktizieren.

00:22:42: Sei es jetzt irgendeine sportliche Aktivität, irgendein künstlerische Aktivität vollkommen egal aber dieser diesem Ausgleich irgendwie auch die Zeit geben.

00:22:51: das braucht um irgendwie ein bisschen geerde dazu bleiben.

00:22:55: Und was wünschst du dir ganz persönlich für die energie zukunft?

00:22:59: Dass alle vorhaben die wir uns so tagtäglich vornehmen auch wie in die Umsetzung bringen Und das mit so wenig Anstrengung wie möglich passiert.

00:23:08: Also dass man weniger Konflikte draußen auf der Fläche hat und auch durchleben muss, weil Energie braucht jeder.

00:23:17: Jeder will sie haben und leicht muss man dann auch verstehen, dass der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt sondern das ist dafür auch viele Menschen braucht die das realisieren und diesen Menschen auch entsprechend ja sage ich mal diese Akzeptanz zu geben und ihnen auch die Daseinsberechtigung zu geben, dass man nicht einfach nur zum Beispiel in unserem Bereich jetzt die Bäume weghaben will weil sie stören sondern weil sie halt wirklich für die technische Anlage stören sind.

00:23:44: Und das sage ich mal die Gesellschaft es auch akzeptiert und da macht glaube ich der Konzern auch schon richtigen Schritt, dass er Fachpersonal einstellt, die das auch rechtfertigen können.

00:23:57: Das wünschen wir für die Zukunft, dass dem Ganzen mehr Akzeptanz entgegen gebracht wird.

00:24:01: Sehr, sehr wichtige Worte die du da formulierst und auch eine sehr schöne Erkenntnis, die vielleicht der ein oder andere jetzt gerade hat.

00:24:10: Dass Strom nicht einfach nur aus der Steckdose kommt sondern ganz viel damit verbunden ist!

00:24:15: Und damit sind wir schon wieder am Ende dieser Folge angelangt.

00:24:20: also falls ihr als Hörerin und Hörer Feedback oder Fragen habt dann könnt ihr euch wie immer gerne an Watwandern at bayernwerk.de wenden.

00:24:30: Und ja, mir bleibt nur noch übrig zu sagen.

00:24:32: Max schön dass du da warst das hat mich sehr gefreut mit dir zu reden.

00:24:36: Vielen Dank für die Einladung.

00:24:37: Ja einen schönen Tag.

00:24:38: euch allen noch Macht's gut

00:24:41: Bis zum nächsten Mal Ciao.

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